Warum diese Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten?

Gunther Maier, Herwig Palme
Wirtschaftsuniversität Wien

Fragenliste



Die Universitäten haben die Aufgabe, "Bildung durch Wissenschaft" zu betreiben und eine "wissenschaftliche (...) Berufsvorbildung" sowie eine "Qualifizierung für berufliche Tätigkeiten, die eine Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden erfordern," bereitzustellen. Diese, in Österreich im §3 des Universitätsgesetzes 2002 festgelegten Aufgaben erfordern, dass die Studierenden im Rahmen ihres Studiums lernen, wissenschaftliche Fragestellungen zu formulieren, wissenschaftliche Methoden anzuwenden und wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen. Vom Gesetz vorgeschrieben sind Diplom- und Magisterarbeiten im Rahmen von Diplom- und Magisterstudien sowie Dissertationen im Rahmen von Doktoratsstudien. Erstere dienen dem Nachweis der Befähigung, "wissenschaftliche Themen selbständig sowie inhaltlich und methodisch vertretbar zu bearbeiten". Dissertationen dienen "dem Nachweis der Befähigung zur selbständigen Bewältigung wissenschaftlicher Fragestellungen" (§51 UG 2002).

Neben diesen gesetzlich vorgeschriebenen umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten sind die Studierenden im Rahmen ihres Studiums wiederholt angehalten, wissenschaftliche Arbeiten in geringerem Umfang zu verfassen. Diese Seminar- und Übungsarbeiten dienen dazu, die Fähigkeiten zu erlernen und zu trainieren, die im Rahmen einer Diplom- und Magisterarbeit oder Dissertation nachgewiesen werden.
Trotz dieser Vorgaben und relativ klaren Struktur gibt es unter Studierenden weit verbreitete Unsicherheit beim Umgang mit wissenschaftlichen Arbeiten und zahlreiche, anscheinend nur schwer ausrottbare Missverständnisse. Einige davon sind:

Um derartigen Missverständnissen vorzubeugen und um die Studierenden bei der schwierigen Aufgabe, wissenschaftliche Arbeiten zu konzipieren und zu verfassen, zu unterstützen, haben wir diese Darstellung verfasst. Dabei trachten wir nicht primär danach, eine vollständige, in sich geschlossene Arbeit zu verfassen, sondern versuchen, Fragen, die die Studierenden im Rahmen unserer Betreuungstätigkeit immer wieder stellen oder zumindest stellen sollten, zu beantworten. Daher sind die meisten Web-Seiten dieser Darstellung mit einer Frage überschrieben (so wie zum Beispiel diese), die wir versuchen zu beantworten. Alle diese Fragen sind in der Fragenliste zusammengefasst, die Sie, falls Sie nicht ohnedies so eingestiegen sind, jetzt einmal konsultieren sollten. Die einzelnen Web-Seiten sind auch untereinander verlinkt, sodass Sie sich auf unterschiedlichsten Wegen durch dieses Netz an Argumenten bewegen können. Sollten Sie sich dabei einmal verirren, so soll Ihnen die Fragenliste helfen, sich zu orientieren.

WARNUNG: Sie sollten die Ratschläge und Argumente, die wir Ihnen hier präsentieren, immer hinterfragen und auf ihre Brauchbarkeit in Ihrem spezifischen Fall hin prüfen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie Ihre wissenschaftliche Arbeit nicht an der Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) verfassen. Wir werden zwar versuchen, alle jene Ratschläge, die möglicherweise nur auf unsere Abteilung zutreffen, zu kennzeichnen. Allerdings gibt es selbst innerhalb der WU verschiedene Vorstellungen und Traditionen, die wir nicht alle kennen und daher auch nicht alle in dieser Darstellung berücksichtigen können. Umso mehr gilt das wahrscheinlich dann, wenn Sie ihre Arbeit in einem anderen Fach an einer anderen Universität verfassen.


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